seatown : eine erste ansicht

° januar / februar 2020

Ein Schiff, turm­hoch aus dem Was­ser ragend, von idea­ler Gestalt, um  schwe­ren Stür­men auf hoher See zu trot­zen. Man erzählt, das Schiff, das voll­kom­men Weiß gewe­sen sein soll, habe über Kern­re­ak­to­ren ver­fügt, sowie über eine Luft­druck­kam­mer, die größ­te ihrer Art. Über 1 Hun­dert Mann Besat­zung, For­scher und For­sche­rin­nen, Tech­ni­ker, sowie tau­sen­de leben­der Tie­re bewohn­ten das Schiff. Joe Ellis berich­tet am 25. Sep­tem­ber 2016 von sei­ner ers­ten Wahr­neh­mung: Noch ehe wir die Schat­ten der Seatown in der Däm­me­rung zu erken­nen ver­moch­ten, erreich­te uns ein Funk­spruch. < Esta, Esta, hier spricht die Seatown, hier spricht die Seatown. Löschen Sie ihre Lich­ter. Kom­men Sie lang­sam näher. Wir wie­der­ho­len. Ach­tung, Ach­tung, hier spricht die Seatown, hier spricht die Seatown, löschen Sie ihre Beleuch­tung. Kom­men Sie lang­sam näher. > Also lösch­ten wir unse­re Lich­ter und näher­ten uns. Wir näher­ten uns lang­sam, fast geräusch­los. Ein kaum hör­ba­res Pum­pen vom Was­ser her, nichts sonst. Dann lag die Seatown direkt vor uns. Haus­hoch rag­te sie aus dem Was­ser, ein gewal­ti­ges Schiff. Kei­ne ihrer Posi­ti­ons­lam­pen leuch­te­te, kein Kabi­nen­licht, auch die Brü­cke ruh­te im Dun­keln. Über dem Vor­deck des Schif­fes war eine Qua­ran­tä­ne­flag­ge auf­ge­zo­gen. Sie wur­de, als ich sie ent­deck­te, gera­de von einem Matro­sen ein­ge­holt. Ich hat­te den Ein­druck, als wir längs­seits gin­gen, dass die Seatown sich lang­sam um ihre eige­ne Ach­se dreh­te. ~

 

/  Stun­den auf der
Seatown. Joe Ellis
berich­tet.  >