vom trompetenkäfer

° januar / februar 2020

Fol­gen­des: Trom­pe­ten­kä­fer rei­sen gern in Zigar­ren­schach­teln her­um. Sobald Dun­kel­heit herrscht, sagen wir Däm­me­rung, etwas Licht ist immer irgend­wo in einer Zigar­ren­schach­tel zu fin­den, wer­den sie starr und still. Sobald man jedoch die Zigar­ren­schach­tel öff­net, bewe­gen sie sich unver­züg­lich und geben selt­sa­me Töne von sich. Sie ver­fü­gen bei genaue­rer Betrach­tung über ein Mund­stück, das sich in einem klei­nen Trich­ter vor ihrem Kopf befin­det, einem Schall­be­cher, dort tre­ten jene selt­sa­men Töne aus dem Käfer her­vor. Das ist des­halb mög­lich, weil ein Trom­pe­ten­kä­fer zwi­schen Kopf und Brust auf der einen, und sei­nem gepan­zer­ten Ende auf der ande­ren Sei­te, mehr­fach gefal­tet ist. Das sind Fal­ten einer Haut, die sofort an sehr fei­ne Rep­ti­li­en­haut erin­nert. Sobald nun der Käfer einen Ton zu erzeu­gen wünscht, schrei­tet er mit Kopf und Brust vor­an, wäh­rend er sich mit sei­nen Hin­ter­bei­nen gegen die Lauf­rich­tung stemmt, sodass sich bei­de Seg­men­te rasch von­ein­an­der ent­fer­nen, dem­zu­fol­ge einen Raum eröff­nen, der jene Luft mit Leder umman­telt, die durch Mund oder Kie­men in den Käfer­kör­per bereits vor­ge­drun­gen ist. Im Moment sei­ner größ­ten Ent­fal­tung wird der Käfer sei­ne Bewe­gung kurz unter­bre­chen, und wäh­rend sich nun die Bei­ne sei­nes Brust­seg­men­tes in den Boden schla­gen, arbei­ten sich die hin­te­ren Läu­fe so lan­ge vor­an, bis alles wie­der schön gefal­tet ist in der Mit­te und alle Luft geräusch­voll am Mund­stück ausgetreten.

 

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