notizen aus uummannaq 2

° januar / februar 2020

Noe Moritz Pape erlebt Polarnachtdunkelheit
in Uum­man­n­aq. Er träumt von Eisbären
und beginnt mit der Unter­su­chung der
Auf­zeich­nun­gen des Reisejournalisten
Joe Ellis.

 

17. DEZEMBER — 16:33 UTC / Kurz war ich ein­ge­schla­fen, träum­te Eis­bä­ren, die mir Sor­gen berei­ten, nicht die Käl­te, nicht die Dun­kel­heit, nicht das War­ten, aber Eis­bä­ren, ich wäre wehr­los, ich wür­de ver­schwin­den. Ich wach­te auf. Eine Stil­le in die­sem Augen­blick wie ich sie nie zuvor hör­te. Ich trat vor die Tür. Es war kalt gewor­den. Der Him­mel ist jetzt wol­ken­los. Mond steht über einem Berg­rü­cken jen­seits des ver­eis­ten Fjor­des. Die Luft klar. Der Licht­kern auf dem Eis sehr deut­lich zu erken­nen. Wie eine Wal­nuss in der Fer­ne, scharf begrenzt, als wür­de das Licht in der Käl­te eine prä­zi­se vor­be­stimm­te Stre­cke weit durch den Äther flie­gen, um jäh zu enden. Kaum Funk.

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17. DEZEMBER — 17.16 UTC / Der Wind zeich­net in den Schnee, Fur­chen und Kan­ten, da und dort das Gestein der Insel, frei und grau, und Flech­ten, die trotz Käl­te zu leben schei­nen. Das Holz der Trep­pen, die vom Haus in die Dun­kel­heit füh­ren, scheint frisch zu sein, stei­le Trep­pen, soli­de mit dem Boden ver­bun­den, ich wür­de mich die­sen Trep­pen, wenn ich mich frei bewe­gen könn­te, anver­trau­en. Es ist noch immer kalt, es ist, neh­me ich an, so kalt, wie ich es noch nie erleb­te, die Luft ganz klar. Seit bald einer Stun­de beob­ach­te ich das Licht auf dem Fjord durch das Fern­rohr, groß­ar­ti­ge Aus­sicht. Zwei Dut­zend Kup­pel­zel­te. Ich ver­mag Men­schen zu erken­nen, wie sie sich vor­sich­tig über das Eis bewe­gen. Kei­ne Hun­de. Zel­te und Men­schen in der Nähe eines rie­si­gen Kör­pers. Ein Wal­fisch ruht dort unten, ein Wesen von enor­men Aus­ma­ßen, nicht groß wie ein Haus, bedeu­tend grö­ßer als ein Haus, groß wie ein Schiff, wie ein sehr gro­ßes Schiff. Die Schwanz­flos­se des Wals ruht flach auf dem Eis, Men­schen bewe­gen sich dort über die Flos­se des Wals hin als wür­den sie einen Strand spa­zie­ren. Sie tra­gen hel­le Mon­tu­ren und rote Arm­bin­den und Kopf­hö­rer, viel­leicht weil sie über Funk zuein­an­der spre­chen, das ist denk­bar. Die Zel­te schei­nen auf höl­zer­nem Grund errich­tet, auf Schif­fen oder Flö­ßen. Auch spa­zie­ren Men­schen auf dem Rücken des Wals, ande­re sei­len sich über den glit­zern­den Kör­per abwärts. Eine Lei­ter lehnt vom Eis her senk­recht an dem Kör­per, der gefro­ren zu sein scheint. Auf hal­ber Höhe arbei­ten Men­schen, ich habe den Ver­dacht, dass sie einen Zugang suchen in den Kör­per des Wals. Dort steigt Rauch auf oder Dampf, ein Mann rührt in der Nähe des Wal­mun­des in einem Kes­sel, etwas ent­fernt lie­gen zwei Per­so­nen auf dem Eis, sie schei­nen zu schla­fen oder zu lauschen.

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17. DEZEMBER — 18.22 UTC / Abend. Noch immer war­te ich. Erin­ner­te ein Buch. Das Buch erzählt von unsicht­ba­ren Städ­ten, auch von der Stadt Bau­ci, die hoch über einer Wald­land­schaft auf Stel­zen wie auf Fla­min­gob­ei­nen ruht. Die Bewoh­ner der Stadt beob­ach­te­ten die Welt weit unter ihnen mit gro­ßem Inter­es­se, jedes kleins­te Detail, lie­be­voll, Amei­sen, Blät­ter, ins­be­son­de­re auch ihre per­sön­li­che Abwe­sen­heit. Ich dach­te, ich selbst könn­te mich in die­sem Augen­blick in einer pola­ren Stadt Bau­ci in der Dun­kel­heit befin­den. Wie ich die Welt dort unten auf dem Was­ser auf dem Eis mit Neu­gier von der Anhö­he aus betrach­te, in dem ste­ti­gen Ver­dacht, dass ich selbst unter Beob­ach­tung ste­he. Auch immer wie­der der Ein­druck, in einem der nahen oder fer­nen Häu­ser könn­ten sich eine oder meh­re­re Per­so­nen befin­den, das ist denkbar.

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17. DEZEMBER — 22.01 UTC / Etwas Außer­or­dent­li­ches ist gesche­hen. Vor weni­gen Minu­ten wur­de ich besucht. Ein Mann, der im Fens­ter plötz­lich sicht­bar wur­de, wird viel­leicht noch immer in mei­ner Nähe sein. Beob­ach­tet, wie ich in die­sem Augen­blick sein plötz­li­ches Erschei­nen ver­zeich­ne, denkt, dass ich nur des­halb schrei­be, um so zu tun, als wür­de ich ihn nicht ent­deckt haben. Wie ich mei­nen Kopf von den Papie­ren hob, füll­te sei­ne Gestalt das Fens­ter voll­stän­dig aus, eine kräf­ti­ge Gestalt, Fell­müt­ze tief ins Gesicht gezo­gen, Nase und Mund von einem eisi­gen Tuch bedeckt, Eis schim­mer­te gleich­wohl an sei­nen Wan­gen, Wim­pern, Brau­en, im dich­ten Gewächs über hel­len Augen, die mich auf­merk­sam beob­ach­te­ten. Ich erschrak. Kaum hat­te ich eine Hand zum Gruß geho­ben, war der Mann ver­schwun­den. Ich öff­ne­te die Tür, folg­te sei­nen Fuß­spu­ren weni­ge Meter weit bis zu Schnee­we­hen jen­seits einer höl­zer­nen Trep­pe hin, die auf­wärts führ­te. Da waren sei­ne Spu­ren deut­lich zu erken­nen, wei­te Schrit­te, als wür­de er flie­hen. In der Dun­kel­heit kei­ne Bewe­gung, kein Laut, nur der Wind, der seit Stun­den vom Fjord her kom­mend auf­wärts strömt. Ich wer­de ein wenig schlafen.

 

Rou­te der Wal­grup­pe im Winter
von Süden nach Nor­den so wie sie
aus Sonar­or­tun­gen vorsichtig
abge­lei­tet werden
kann. 

 

17. DEZEMBER — 6.15 UTC / Gegen drei Uhr klopf­te ein wei­te­rer Mann an die Tür mei­nes Hau­ses, ein Mann, in Fel­le gehüllt und kreuz­wei­se von Leder­rie­men besetzt. Der Mann füll­te das Zim­mer mit Käl­te. Er trug einen Alu­mi­ni­um­kof­fer vor sich her, stell­te ihn auf den Boden neben Tisch, reich­te mir eine Hand, die in roten Leder­hand­schu­hen steck­te. Er lach­te mich freund­lich an, das war ein unver­gess­li­cher Anblick, sein gebräun­tes, unra­sier­tes Gesicht, blitz­blaue Augen, Schnee und Eis auf Wagen und Haar. Kurz dar­auf war er wie­der ver­schwun­den. — Es ist noch früh am Mor­gen, den­noch habe ich mei­ne Arbeit unver­züg­lich auf­ge­nom­men. Seit drei Stun­den sit­ze ich vor mei­nem Zim­mer­tisch, der zu einer Werk­bank gewor­den ist. Im trü­ben Licht eines Eis­blocks, zeich­net sich sche­men­haft eine robus­te Appa­ra­tur ab, über deren Sinn und Zweck zu die­sem Zeit­punkt noch kei­ne prä­zi­se Aus­kunft mög­lich ist. Es han­delt sich ver­mut­lich um eine Maschi­ne zur Auf­zeich­nung und Ver­wirk­li­chung von Kom­mu­ni­ka­ti­on. Des Wei­te­ren sind im Eis zwei mensch­li­che Hän­de zu erken­nen, sie hal­ten sich an der Appa­ra­tur fest. Bei­de Hän­de fin­den ein jähes Ende an der Ober­flä­che des Eis­wür­fels, je ein sau­be­rer Schnitt, ver­mut­lich ver­wirk­licht mit­tels einer fei­nen Säge oder einem Laser­werk­zeug. Kein Blut ist zu sehen, aber Seh­nen, Mus­keln, Kno­chen und eben kräf­ti­ge Hän­de, die die Appa­ra­tur umschlie­ßen. Im ers­ten Moment ein Gefühl leich­ter Panik, dann wie­der Ruhe. Ich hal­te fest: Das Eis, das ich zu unter­su­chen habe, ist von selt­sa­mer Far­be, oran­ge und rot und braun, ein stren­ger Geruch steigt von ihm auf, noch nie habe ich einen Geruch, noch nie einen Gestank wie die­sen ver­nom­men. Es soll­te jetzt alles sehr schnell gehen. Fol­gen­des wer­de ich unter­neh­men: Skiz­ze fer­ti­gen, Gewicht des Eis­wür­fels bestim­men, Pro­ben ent­neh­men mit­tels Pipet­te, dann zügig in das Eis vor­sto­ßen, Hand­prä­pa­ra­te ber­gen, so wie das Gerät, dem sie zu die­sem Zeit­punkt noch immer fest ver­bun­den sind.

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18. DEZEMBER — 10.02 UTC / Ich arbei­te­te ent­spannt, leich­te Anflü­gen von Übel­keit. Habe drei Arte­fak­te aus dem Eis gebor­gen. Wenn ich eini­ge Schrit­te vom Tisch zurück­tre­te, bie­tet sich ein merk­wür­di­ger Anblick. Ein moder­nes Ton­auf­nah­me­ge­rät, gesäu­bert und getrock­net liegt auf dem Tisch, das Eis ist voll­stän­dig getaut. Auf einem Tuch ruhen zwei Hän­de, die Hän­de eines Man­nes, der hart gear­bei­tet haben muss. Schwie­len da und dort, Ver­let­zun­gen, die zum Zeit­punkt sei­nes Todes noch nicht geheilt gewe­sen waren, außer­dem zahl­rei­che Nar­ben frü­he­rer Wun­den. Die­se ver­letz­ten Hän­de waren dem Ton­auf­nah­me­ge­rät in gro­ßer Kraft­an­stren­gung, viel­leicht gar mit letz­ter Kraft, ver­bun­den. Ich neh­me an, sie woll­ten das Gerät um jeden Preis für sich behal­ten, sie woll­ten das Gerät nicht ver­lie­ren, das Gerät ver­mut­lich sichern für eine Per­son, wie ich eine Per­son bin, die das Gerät frü­her oder spä­ter ent­de­cken wür­de. Ich habe bei­de Hän­de unter Anwen­dung von Gewalt von dem Ton­band­ge­rät ent­fernt. Sie sind noch immer starr, wir­ken ein­sam, wie sie dort auf dem Tisch Sei­te an Sei­te lie­gen. Ich wer­de sie in ein Tuch wickeln, wer­de sie in den küh­len Kel­ler legen, ja, das wer­de ich tun, wei­te­res kann ich nicht unter­neh­men. Es ist jetzt kurz vor 11 Uhr.

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18. DEZEMBER — 12.18 UTC / Wenn ich nicht wüss­te, dass es genau­so ist, weil es vor­sich­tig ange­kün­digt wor­den war, wür­de ich nie­mals ver­mu­tet haben, dass jene Auf­zeich­nungs­ma­schi­ne, die vor mir auf dem Tisch ruht, dem Magen eines Wales ent­nom­men wor­den sein könn­te. Es sol­len im Tier wei­te­re Gegen­stän­de ent­deckt wor­den sein: Zwei Kof­fer, eine Plat­ten­ka­me­ra und eine Sauer­stoff­fla­sche, außer­dem metal­le­ne Tei­le einer Ret­tungs­in­sel, Kunst­stoff­ge­gen­stän­de unbe­stimm­ba­ren Ursprungs. Ich bin zufrie­den. Es ist warm und hell. Ich weiß, was zu tun ist. Es riecht noch immer erbärm­lich, ein schar­fer Geruch, auch süß­lich. Ich wer­de das gebor­ge­ne Gerät nun öff­nen. Das Gerät ist ohne Spannung.

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18. DEZEMBER — 16.03 UTC /  Noch immer leich­te Übel­keit, ich bin durs­tig. Ich stel­le fest: Das Magnet­band der Auf­zeich­nungs­ma­schi­ne scheint intakt. Ich habe die Maschi­ne mit Strom ver­sorgt. Ihr Dis­play leuch­tet. Ich ver­mag ihren Vor­lauf in Gang zu set­zen und ihren Rück­lauf, ein soli­des Gerät, auch Sen­der und Emp­fän­ger schei­nen intakt zu sein, Kom­pass und Tem­pe­ra­tur­an­zei­ge, kei­ne Feuch­tig­keit im Gehäu­se, kein Staub. Die Hand­kur­bel, die der Not­strom­ver­sor­gung des Gerä­tes dien­te, fehlt. Ich wer­de in Kür­ze eine digi­ta­le Tran­skrip­ti­on jener Auf­nah­men vor­neh­men, die auf dem Gerät mög­li­cher­wei­se zu fin­den sein werden. 

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Wel­len. Wel­len, die gegen einen Boots­kör­per schla­gen, hör­te Wind, hör­te das Atmen einer Per­son, hör­te kur­beln­de Geräu­sche. Dann eine Stim­me, eine ruhi­ge Stim­me, die Stim­me eines Man­nes. Ich notier­te, spul­te zurück, setz­te von neu­em an, notier­te Wort für Wort, Zei­chen für Zei­chen in das Note­book: > Seit es hell gewor­den ist, hal­te ich Aus­schau nach Über­le­ben­den. Leich­ter Wind von Nord­west. Kein Kopf. Kei­ne Bewe­gung. Kein Schiff. Kein Flug­zeug. Nachts geschla­fen. Kurz, wie aus­ge­schal­tet. Dann geru­fen, eine Stun­de oder zwei geru­fen. Kei­ne Ant­wort. Habe eine Signal­fa­ckel gezün­det. Kein Ton. Kein Zei­chen. Kein Gegen­feu­er. Aber die Wale sind zurück­ge­kehrt. Da waren noch Trüm­mer auf dem dunk­len Was­ser, lee­re Wes­ten, etwas Holz, Matrat­zen, Kis­sen, Öl. Dann Ander­son, June, 32, Mrs. Cal­las rech­te Hand, Kopf unter. Zwei Matro­sen, glei­che Hal­tung. Von Zeit zu Zeit Fla­schen, Tor­pe­dos: Bour­bon, Absinth, Man­del­bar­be­ro, wie Vögel aus der Tie­fe. Habe Ander­son, June, hin­ter Ein­stiegs­lu­ke 2 fest­ge­macht, habe vor Ein­stiegs­lu­ke 1 Posi­ti­on bezo­gen. Ich beob­ach­te den Hori­zont, den Him­mel, das Was­ser. 13 Stun­den seit Unter­gang der MS Seatown. ~

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Stun­de um Stun­de, klar und deut­lich, die Stim­me eines Man­nes, dann wie­der das Tosen des Mee­res. Der Mann berich­tet von sei­ner Rei­se auf einer Ret­tungs­in­sel, ein guter Erzäh­ler, ich höre ihn ger­ne, er spricht in eng­li­scher Spra­che, ich hof­fe, jedes sei­ner Wor­te kor­rekt iden­ti­fi­zie­ren zu kön­nen. Bald Nacht­zeit. Immer wie­der unter­bre­che ich mei­ne Arbeit und lau­sche, tre­te ans Fens­ter, schaue hin­un­ter zum Eis auf dem Fjord. Der Ein­druck, mich in einem Nacht­haus zu befin­den, einem Haus, das Nacht erzeugt. Jede Stun­de eine Abend- oder Nacht­stun­de, das ist selt­sam, bald Weih­nach­ten, bald Weih­nach­ten hier oben im Nor­den. Nach wie vor kei­ne Ver­bin­dung zu wei­te­ren Schreib­ma­schi­nen. Ich habe den Ver­dacht, abge­schirmt wor­den zu sein. Vor einer Stun­de beob­ach­te­te ich eine Grup­pe von Eis­bä­ren, die sich der Ber­gungs­stel­le näher­ten. Kein Schuss war zu hören, Män­ner lie­fen auf die Eis­bä­ren zu, wink­ten mit Signal­fa­ckeln. Einer der Män­ner wur­de von einem Eis­bä­ren umge­ris­sen und in die Dun­kel­heit gezerrt, Per­so­nen sehr auf­ge­regt, rann­ten hin und her.

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19. DEZEMBER — 10.22 UTC / Kaum wach, etwas Dorsch gebra­ten zum Früh­stück, Heil­butt und Wal­fleisch. Mein Magen scheint sich beru­higt zu haben. Ich füh­le mich gut. Ich schaue auf Flo­cken, die sich im Licht vor dem Fens­ter tan­zend bewe­gen. Lau­sche Joe Ellis, wie­der­ho­le tran­skri­bier­te Abtei­le sei­nes Tex­tes, prü­fe und fah­re lang­sam fort in klei­nen Etap­pen. Sei­ne Stim­me merk­wür­dig lei­se. Es ist, als ob Joe Ellis bemüht gewe­sen war, nie­man­den zu wecken, der sich in sei­ner Nähe auf­ge­hal­ten haben könn­te. Ver­zwei­fel­te Ver­su­che, Panik zu ver­mei­den. Berüh­ren­de Auf­zeich­nun­gen. Zwei Jah­re sind ver­gan­gen, seit die­se Schreib­ma­schi­ne, die vor mir auf dem Tisch liegt, auf­hör­te zu sen­den, das ist denk­bar. Fünf Tage von Auf­zeich­nung, dann Stil­le, eine Stil­le wie nichts. Es ist wahr­schein­lich, dass Joe Ellis sei­ne Hand­kur­bel ver­lor. Unhör­bar all das Wei­te­re. Das Gespräch viel­leicht mit den Walen, Bit­ten, Flü­che, Hoff­nung, doch noch bemerkt zu wer­den. Sei­ne Sor­ge, Schif­fe, die sich in einem Ret­tungs­ver­such näher­ten, könn­ten sin­ken, sein unbe­ding­ter Wunsch, das vor mir lie­gen­de Auf­nah­me­ge­rät wür­de recht­zei­tig gebor­gen. Immer wie­der spu­le ich vor und zurück, suche Wör­ter und Sät­ze: > ATLANTIK 2.33 pm. Eine dün­ne Haut von Was­ser ist über den Him­mel auf­ge­zo­gen, das Meer in ein mil­des, in ein gel­bes Licht getaucht. Ich habe den Ein­druck, auch die Wale bewun­dern die­sen Him­mel, die­ses selt­sa­me Licht. Sie haben ange­hal­ten, sie lie­gen seit­wärts im Was­ser und schau­en nach oben. Da ist wie­der der Gedan­ke, alles um mich und auch ich selbst könn­te nur eine Erfin­dung sein.

 

/ Noti­zen aus
Uummannaq.
Teil 3
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