von ohren

° januar / februar 2020

18.55 UTC — Ich glaub­te lan­ge Zeit, ein Mensch, der über sech­zehn Ohren­paa­re ver­fü­gte, müs­ste gleich­wohl über einen sehr guten Gehör­sinn gebie­ten. Nun ist das aber so, dass jene Ohren, die auf den Ober­ar­men Jos­si Kau­ki­ne­ns zu bewun­dern sind, über kei­ner­lei Gehör­gang gebie­ten, auch nicht über Trom­mel­fel­le oder Gehör­knöchel­chen oder Ohr­trom­pe­ten. Die­se Ohren, die ich mit eige­nen Augen gese­hen haben will in einem Som­mer, da ich nach Finn­land reis­te, um Herrn Kau­ki­nen und sei­ne Ohren zu besu­chen, sind ledig­lich Muscheln mensch­li­cher Ohren, Schall­kör­per, die Kau­ki­nen zu züch­ten ver­mag, weil er weiß wie das geht. Er lebt von sei­ner spe­zi­el­len Fähig­keit, in begrenz­tem Maße fri­sche mensch­li­che Ohren gekühlt aus­lie­fern zu kön­nen. Kaum hat sich ein Ohr auf Rei­se bege­ben, sie flie­gen meist mit einem Heli­ko­pter davon, wächst schon ein nächs­tes Ohr her­an, eine Knos­pe bil­det sich bin­nen weni­ger Stun­den an genau jener Stel­le, da zuvor ein aus­ge­wach­se­nes Ohr ent­fernt wor­den war. Die­se Knos­pe wird zunächst nur mit­tels einer Mikro­sko­pi­e sicht­bar, aber schon drei Tage spä­ter kann man erah­nen, dass ein wei­te­res Ohr her­an­wach­sen wird, das sorg­fäl­tig gepflegt wer­den wird. Herr Kau­ki­nen schläft im Sit­zen. Er sitzt also in sei­nem Bett von Gur­ten in Posi­ti­on gehal­ten und sieht sehr selt­sam aus im Zwie­licht, als wür­den Blü­ten von Fleisch sich auf sei­nen Schul­tern nie­der­ge­las­sen haben. Klin­gelt der Wecker sehr früh, wird es ernst. Kau­ki­nens Frau nähert sich dann mit etwas Wat­te und wei­te­ren Werk­zeugen. — stop

 

 

/ Ein Zwerg­wal auf Sta­ten
Island mor­gens
gegen 8
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